Gruppe Praxis ist ein Kollektiv für räumliche Gestaltung, analysiert ergebnisoffen, arbeitet prozessorientiert und entwirft ortsspezifisch.

Ellerholzdamm 11
20457 Hamburg,
mail@gruppepraxis.de

1 X for Plataforma 06600

06600 Plataforma ist ein Kollektiv von Anwohnern, das sich als Antwort auf die zunehmende Gentrifizierung im Stadtteil Juarez, Mexiko City zusammengefunden hat. Um dem Kollektiv Sichtbarkeit zu verleihen, wurde an ihrem üblichen Versammlungsort, dem Plaza Giordano Bruno ein auffälliges „Kommunikations-Tool“ errichtet.

Ein großes, rotes „X“ wurde aufgestellt und markiert den Treffpunkt der Gruppe. Darüber hinaus dient es auch als Schwarzes Brett um Informationen zu Teilen.

Mit Öffentliche Gestaltungsberatung St.Pauli Für: Muca Roma, Mexico City Goethe Institut Mexico City

2 Foyer im Kunsthaus Hamburg

Was sind die Möglichkeiten des Foyers einer öffentlichen Kulturinstitution? Welchen Funktionen des Kunsthauses und welchen Bedürfnissen anderer Akteur*innen kann in dieser Übergangszone Raum geboten werden?
Die Umgestaltung gliedert das Foyer in die drei Bereiche „Versorgung“, „Aufenthalt“ und „Freiraum“. An der Stirnseite des Foyers wurde durch den Einzug einer Wand Raum für die praktischen Einrichtungen geschaffen. Hinter ihr befindet sich die Garderobe, sowie der Verkaufstresen, der als Infobereich, Kasse und Bar dient. Durch seine unverglaste Öffnung zum Foyer hin ähnelt er einem Kiosk – ein spielerischer Ausdruck seiner Funktion.

Auf der egenüberliegenden Foyerseite entstand links und rechts der Eingangstreppe eine zweiteilige Tribüne. Diese Struktur bietet sowohl im Alltag als auch bei Veranstaltungen vielen Personen eine angenehm informelle Sitzgelegenheit. Die robusten Materialien Beton und Aluminium, die sonst eher im Außenraum vorkommen, definieren das Foyer als eine Art Erweiterung des Öffentlichen, die die Besucher*in einlädt sich aufzuhalten, ohne den Besuch einer Ausstellung oder andere Konsumpraxen zur Bedingung zu machen.

Mit: Frieder Bohaumilitzky Nils Reinke Dieker Larissa Starke Für: Kunsthaus Hamburg

3 Bibliothek für Gesellschaftsdesign

Die Bibliothek für Gesellschaftsdesign geht der Frage nach, ob – und wie – Design die Gesellschaft verändert. Sie konfrontiert die Designer*innen mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung, und will gleichzeitig Anregungen für die Entwicklung neuer Methoden und Forschungsansätze geben. Dabei ist die Bibliothek keine statische Einrichtung, sondern eine temporäre und mobile Institution, die an verschiedenen Orten und Kontexten auftaucht. Für die in Wien präsentierte Erstausstattung wurden 60 verschiedene Designer*innen und Gesellschaftstheoretiker*innen gebeten, jeweils ein Buch für die Bibliothek zu benennen. Jedes Buch ist mit einer kurzen Biographie der Empfehlungsgeber*in und einer Erläuterung versehen, warum sie oder er dieses Buch für die Bibliothek benannt hat. Die Bibliothek unterliegt einem permanenten Wandlungsprozess: regelmäßig werden Vertreter*innen des gesellschaftskritischen Designdiskurses gebeten, Bücher auszutauschen und den Bestand so zu aktualisieren.

Mit: Helena Kersting, Lukas Esser, Claudia Koch, Friedrich von Borries Für: Museum für angewandte Kunst Wien, Merve Verlag Leipzig, Kunstverein Harburg, Bauhaus Dessau

4 Wegeschreibmaschine

Für das jährlich im Park Planten un Blomen stattfindende Literatur-Festival „Wortpicknick“ war ein Leitsystem notwendig, das die verschiedenen Bühnen kennzeichnet und verbindet. Da neben den aktiven Besucher*innen des Wortpicknicks auch reguläre Parkbesucher*innen auf die verschiedenen Stationen aufmerksam gemacht werden sollen, erschien es sinnvoll ein einladendes, performatives Element in der Gestaltung mitzudenken. Die Wegeschreibmaschine ist ein fahrbarer Apparat mit dem sich Worte und ganze Texte auf den Untergrund aufbringen lassen. Durch die Kombination des Systems eines Prägebandbeschriftungsgeräts und eines Kreidewagens, stellt die Maschine ein visuell aussagekräftiges und dennoch einfach zu bedienendes Werkzeug dar. So entstehen temporäre Schriftzüge die ständig erneuert, weitergeführt und ergänzt werden können.

Für: Planten un Blomen - Freie und Hansestadt Hamburg, Bezirksamt Hamburg-Mitte

5 Einhundert Stühle

Was sind die Erwartungen an eine*n Designer*in? Die Performance „Einhundert Stühle“ stellte den Besucher*innen der Absolventenausstellung der HFBK Hamburg genau diese Frage.

Zu beobachten waren drei Akteur*innen, die in der Mitte des Raumes Stühle montierten. Aus immer gleichen Einzelteilen wurden so über zwei Tage genau einhundert identische Sitzmöbel produziert. Die Stühle wurden mittels eines Brandstempels gebrandet, nummeriert und für einen symbolischen Verkaufspreis von einem Euro angeboten. Designer*innen-Hände schufen eine limitierte Auflage gefragter „Designer-Möbel“ und warfen damit gleichzeitig Fragen zu Erwartungshaltung, Autor*innenschaft, Produktion und Objekt-Fetischismus auf.

Mit: Frieder Bohaumilitzky

6 Azurer Collection Store

Der Azurer Collection Store am Neuen Kamp in Hamburg kombiniert in einer stark selektierten Auswahl europäische mit asiatischen Marken. Auf einer Fläche von über hundert Quadratmetern findet sich eine präzise kuratierte Kollektion aus Fashion und Printmedien. Das dazu kongruente Gestaltungskonzept beschränkt sich ebenso auf das Wesentliche. Das Interieur orientiert sich an archetypischen Store-Objekten: eine Kleiderstange, ein Spiegel, eine Umkleide, ein Regal, eine Auslage, sowie ein Tresen. Die einzelnen Elemente treten in ihrer Größe hervor, grenzen sich in ihren Materialitäten ab und gleichen sich in ihrer Form wieder an.

Für: Azurer International Trade GmbH

7 Erzähl mir Meer. Geschichten von der See

Das Lübecker Buddenbrookhaus lud ein, die Ausstellung „Geschichten von der See“ zu gestalten. Ein zweiteiliges Konzept wurde erstellt, bei dem zum einen ein Kapitel aus Thomas Manns Buddenbrooks mit szenografischen Mitteln dargestellt und zum anderen ein Überblick über weitere literarische Auseinandersetzungen mit dem Thema Meer gegeben werden sollte. Manns Textauszug über das Meer wurde in Geräusche, Licht und Wind übersetzt und so im Raum erfahrbar gemacht. Die Besucher*innen konnten sich außerdem eine eigene Mappe mit Texten über das Meer erstellen, indem sie sich an den gehängten Kopien an der Wand bedienten.

Mit: Helena Kersting, Phillip Kessling, Antje Löffelholz, Julian Mader Für: Buddenbrookhaus Lübeck